Sturm am See

Es ist schon wieder ziemlich lange her, dass ich eine Notiz im Blog hinterlassen habe. Der wichtigste Grund dafür ist, dass sich wenig Berichtenswertes ereignet. In anderen Fällen fehlt mir einfach die Zeit. Den größten Teil meines Tages verbringe ich im Büro. Allerdings ist es oft frustrierend, dass diese Tätigkeit wenig sichtbare Resultate hervorbringt. Die meiste Zeit vergeht im Augenblick damit, die Fellows bei ihren Aufgaben zu unterstützen. Zusätzlich hat die Vorbereitung des Kalenders viel Zeit verschlungen, den ich in meinem letzten Eintrag erwähnt habe. Obwohl der erste Entwurf des Kalenders aus meiner Sicht ziemlich gelungen ist, sieht man ihm nicht an, wie viel Zeit seine Vorbereitung verschlungen hat. Schließlich habe ich mich auch anderen Aufgaben gewidmet, wie der Erstellung des Newsletters und der Fallstudie über Kambodscha. Das war allerdings eher sporadisch und ich habe mich nunmehr entschlossen, das auf Eis zu legen und mich für die verbleibenden zwei Wochen ihrer Anwesenheit vor allem um die Fellows zu kümmern.

Nachdem ich am letzten Wochenende zu hause in Potsdam war (das war schön, aber gehört nicht hierher), habe ich dieses Wochenende wieder in Genf verbracht. Zum großen Teil mit der Arbeit an meinen Bewerbungsunterlagen zu hause. Allerdings war ich Samstag auch eine Weile draußen, und Sonntag mit Yuuki und Tony erst im Museum des Roten Kreuzes und später noch am See und in einem philippinischen Restaurant. Schade, dass ich nicht mehr draußen war, denn es war gutes Wetter: sonnig und sehr klar, kalt und stürmisch.
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Indigene Fellows und Rhone

Schon wieder ist eine Woche vergangen und auch von dieser Woche gibt es wenig Aufregendes zu berichten. Täglich gehe ich ins Büro und arbeite an meinen Aufgaben. Nebenbei kümmere ich mich um die Fellows und helfe ihnen mit ihren Aufgaben. Über die letzten beiden Wochen war zum Beispiel ihre Aufgabe, einen Projektvorschlag zu entwickeln, mit dem sich ihre Organisationen um Foerdermittel bewerben können, zum Beispiel bei der ILO. Da ich selbst auch noch keine Projektvorschläge geschrieben habe, war es eine gute Übung für mich und gleichzeitig eine gute Gelegenheit, über die Umstände zu erfahren, unter denen ihre Organisationen zu hause arbeiten.
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Wandern in Frankreich

Heute ist Sonntag. Yuuki hat mir erzählt, dass es in der Nähe einen Berg gibt, auf den man mit einer Seilbahn fahren kann und von dem man einen tollen Blick auf Genf hat. So beschließe ich, heute diesen Berg zu besuchen. Trotz oder gerade wegen den zahllosen Informationsbroschüren von der Touristeninformation fällt es mir sehr schwer, herauszufinden, wo dieser Berg ist und wie man hinkommt. Berg und Seilbahn sind kurz hinter der Grenze in Frankreich.
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Jazz in Carouge

Nachdem ich die dritte Woche in Genf hinter mich gebracht habe, gehe ich heute (Freitag) das erste Mal aus. Ich habe von einem Jazzkonzert gehört und mache mich gegen halb zehn auf den Weg. Der betreffende Club ist in Carouge, einem Viertel von Genf, in dem ich vorher noch nicht war. Ich fahre mit dem Rad und je näher ich meinem Ziel komme, desto ansprechender finde ich die Gegend, durch die ich fahre. Überall sind Kneipen und Klubs, die Strassen sind voller Leute, die meisten von ihnen scheinen Studenten zu sein.
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Neues Heim und Rundfahrt auf dem Genfer See

Heute ist wieder Samstag und mittlerweile bin ich seit zwei Wochen in Genf. Ich habe mich gut eingelebt und bin auch mit meiner Arbeit recht zufrieden. In der vergangenen Woche habe ich die Planung für das Kambodscha-Projekt durchgesehen und kommentiert und die indigenen Fellows bei der Planung ihrer Projekte unterstützt. Und schließlich bin ich im Begriff, am Beispiel von Kambodscha den Einfluss diverser ILO Projekte auf indigene Völker zu untersuchen und dafür eine Methode zu entwickeln, die sich auch auf andere Länder anwenden lässt.

Gestern bin ich früher von der Arbeit nach ‚hause’ gefahren, um meinen vorerst letzten Umzug über die Bühne zu bringen. Es goss in Strömen, während ich mit dem Rad zur RUI fuhr und ich war durch und durch nass, als ich ankam. Wohl wegen des Regens war kein Taxi verfügbar, was mich mit all meinem Gepäck zu meiner neuen Unterkunft hätte bringen können. Daher fuhr ich zunächst mit dem Rad hin, um den Schlüssel abzuholen, bevor das Büro des Vermieters zumacht. Später lief ich dann bei weiterhin starkem Regen wieder zur RUI und brachte mein Gepäck mit dem Taxi in die neue Unterkunft. Diese besteht im Wesentlichen aus einem relativ kleinen, etwas schäbig möblierten Wohnzimmer mit einer kleinen Küchenecke und einem ebenfalls kleinen Bad.
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Guter Einstieg in den Job und Fahrrad

Nachdem für meine Unterkunft gesorgt ist kann ich mich nun auf die Arbeit konzentrieren. Heute setzte ich mich erstmalig mit meinen Kollegen zusammen, um zu beraten, welche Aufgaben ich übernehmen kann. Bis auf weiteres haben wir uns auf drei Aktivitäten geeinigt, um die ich mich kümmern soll und ich bin mit dem Ergebnis ziemlich zufrieden.
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UNO

Heute ist Sonntag. Obwohl ich erst vor einer Woche angekommen bin, kommt es mir vor, als wäre ich schon lange hier und Ereignisse, die vor meiner Abfahrt stattfanden, scheinen schon viel weiter zurückzuliegen. Ich schlafe gründlich aus und frühstücke ausführlich. Anschließend lese ich einige der Texte, die mir als Einführung in meine neue Tätigkeit empfohlen wurden.

Nach einem improvisierten Mittagessen mache ich mich dann zu Fuß auf den Weg zum Genfer Hauptquartier der UNO. Dieses befindet sich in ummittelbarer Nachbarschaft der ILO und zahlreicher anderer internationaler Organisationen. Ich habe erfahren, dass hier täglich Führungen stattfinden und mich entschlossen, heute an einer solchen teilzunehmen. Ich habe Glück, denn nachdem es nachts und vormittags kräftig geregnet hat, scheint nun die Sonne.
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Umzug und Stadtrundfahrt

Heute ist Samstag und der nächste Umzug ist fällig. Ich hätte noch bis Montag im John Knox Center bleiben können. Allerdings habe ich es satt, in einem Loch zu wohnen. Nicht nur ist mein ‚Zimmer’ hässlich, klein, und dunkel, es ist auch kalt und feucht, wie Keller das so an sich haben. Die Heizung ist aus und mein Bett sowie sämtliche Textilien sind staendig klamm, was mir schon eine Erkältung eingebracht hat. Ich wollte mit der Dame an der Rezeption den stolzen Preis von 56 Franken nachverhandeln. Dieser Preis enthält ein lausiges Frühstück, welches nicht einmal Wurst oder Käse einschließt. Die Dame ließ nicht mit sich reden und erklärt, dass Zimmer wäre schon billiger als die anderen. Zusätzlich bekomme ich lange Erklärungen, warum die Heizung nicht geht aber ab heute funktionieren wird, was jedoch auch in der nächsten Nacht nicht der Fall sein wird. So entschließe ich mich zum Umzug in die ‚Residence Universitaire Internationale’ (RUI).
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Wohnungssuche erfolgreich

Nachdem ich Donnerstag wieder an den Briefings beim OHCHR teilgenommen habe, fuhr ich heute (Freitag) zur ILO, um den Tag der Wohnungssuche zu widmen. Es ist bemerkenswert, dass alle Kollegen großen Anteil zu nehmen scheinen und selbst Leute, die ich nicht kenne, mir mit Hinweisen weiterhelfen. Ich rufe bei Dutzenden von Leuten an. In den seltenen Fällen, in denen eine Wohnung noch frei ist, erfahre ich, dass es schon viele Interessenten gibt. Schließlich bekomme ich von einer anderen Praktikantin, Rama aus Indien, den Hinweis, mal bei der Residence Molison anzurufen. Tatsächlich erfahre ich hier, dass noch ein Studio frei ist und für 800 Franken gemietet werden kann. Das ist zwar nicht billig aber für Genf zumindest noch preiswert. Außerdem finde ich die Aussicht wenig erhebend, die nächsten Tage und Wochen die Wohnungssuche neben der Arbeit weiterzubetreiben. Unverzüglich mache ich mich auf den Weg, um das Studio zu sehen. Rama hat mir erzählt, sie hätte sich ein Studio angesehen, sich dann aber dagegen entschieden und sich später darüber geärgert. Sie empfiehlt mir, das Angebot anzunehmen und ich fahre mit der festen Absicht dieser Empfehlung zu folgen.
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ILO und Wohnungssuche

Für heute habe ich mich entschlossen, nicht an den briefings für die fellows teilzunehmen und stattdessen ins ILO Büro zu fahren und mich auf die Wohnungssuche zu konzentrieren. Nachdem ich schon mehrfach an dem riesigen Bürogebäude vorbeigefahren bin, betrete ich es heute das erste Mal. Auf dem Weg, der vom Bus zum Gebäude führt, komme ich erstaunlicherweise über die Tiefgarage in das Haus und der erste Eindruck hier ist nicht sehr vorteilhaft. Ferner sind die Wege sehr irritierend und schon nach wenigen Minuten habe ich die Orientierung verloren. Weiterhin hatte ich die Hoffnung, im Foyer eine der kostenlosen Zeitungen zu finden, die heute erscheint und zahlreiche Wohnungsangebote enthält. Leider finde ich sie nicht. Mit dem Aufzug fahre ich in die sechste Etage, wo die Büros ‚meiner’ Abteilung sind. Hier werde ich formlos vorgestellt und erfahre, wo mein Computer und Telefon stehen. Auch von innen ist das Gebäude nicht spektakulär. Boeden und Wände sind mit grünem Teppich bedeckt, die Räume sind eher dunkel und Architektur wie auch die Einrichtung wirken irgendwie altmodisch und ein bisschen kommunistisch. Ich lerne eine andere Praktikantin kennen, die auch grad angefangen hat.
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Nichts Neues

Wenig ereignet sich heute was hierher gehört. Nachdem ich zeitig aufgestanden bin, gehe ich recht ausgiebig frühstücken. Anschließend fahre ich mit dem Bus in die Stadt, wo ich wieder um 9:30 Uhr am OHCHR verabredet bin. Hier treffe ich die indigenen Fellows und der Tag vergeht mit zahllosen Briefings, die wirklich ausgesprochen interessant sind. Die Pausen nutze ich, um online nach einer Unterkunft zu suchen. Auf diese Weise ist die Suche erwartungsgemäß nicht sehr erfolgreich. Halb sechs ist dann der Arbeitstag vorbei. Tony, eine der indigenen Fellows, erwähnt, sie wüsste von einem Zimmer welches frei sein könnte und zusammen mit Walter, einem anderen indigenen Fellow machen wir uns dorthin auf den Weg. Leider ist das Zimmer schon wieder vermietet. Anschließend fahren wir wieder in die Stadt, wo wir bei einem thailändischen Imbiss Abendbrot essen. So vergeht die Zeit und es ist schließlich 9:30Uhr, wenn wir aufbrechen. Der Weg nach hause nimmt einige Zeit in Anspruch und als ich meine Dusche beendet habe, ist es schon 23:15Uhr. Ich schreibe noch ein paar Zeilen und gehe ins Bett. Für morgen beschließe ich, erstmals zum ILO Büro zu fahren, mich vorzustellen und von hier systematisch nach einer Unterkunft zu suchen.
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Erster Arbeitstag

Heute ist mein erster Arbeitstag und ich bin um 9:30 Uhr beim UNHCR verabredet. Vorher allerdings muss ich noch den Umzug in das John Knox Center bewerkstelligen. Um 7 Uhr stehe ich auf, packe meine zahlreichen und schweren Taschen und wuchte sie die Treppe runter. Hier wartet schon das Taxi, welches ich gestern bestellt habe, um nicht mitten in der Nacht mit dem Bus und all dem Gepäck fahren zu müssen. Die Fahrt dauert ungefähr eine halbe Stunde und kostet 40 Franken. Da ich später dieselbe Strecke mit dem Bus in 10 Minuten fahre, gewinne ich den Eindruck, der Taxifahrer sich hier mit einer Extratour ein Trinkgeld erschlichen. Diese Unterkunft ist in ummittelbarer Nähe meines Arbeitsplatzes. Ironischerweise muss ich die ersten Tage zum UNHCR, welches in unmittelbarer Nähe der Unterkunft ist, die ich grad verlassen musste.
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